Die Maus im Blätterhaufen: Ein Herbstabenteuer

Lesedauer: 2 Minuten

Es war ein wunderschöner Herbstmorgen, als Marla und ihr Opa Thomas beschlossen, in den Wald zu gehen, um Pilze zu suchen. Marla liebte diese Ausflüge mit ihrem Opa, der den Wald wie seine Westentasche kannte. Seine Geschichten über die Bäume, Tiere und die geheimen Orte im Wald faszinierten sie immer wieder aufs Neue.

„Weißt du, Marla,“ begann Opa Thomas, während sie sich auf den Weg machten, „es gibt hier im Wald eine kleine, süße Maus, die uns manchmal beim Pilzesammeln beobachtet. Man muss ganz still sein, um sie zu entdecken.“

Marla schaute ihn mit großen Augen an. „Wirklich, Opa? Eine richtige Maus?“

„Oh ja“, antwortete Thomas und lächelte. „Sie ist sehr flink und versteckt sich oft zwischen den Blättern. Aber heute habe ich so ein Gefühl, dass wir sie sehen werden.“

Sie liefen tiefer in den Wald hinein, der Duft von feuchtem Moos und Laub lag in der Luft. Marla hielt die Augen offen, während Opa Thomas erklärte, welche Pilze essbar und welche giftig waren. Sie sammelten Steinpilze und Pfifferlinge in ihren kleinen Körbchen, als Marla plötzlich etwas hörte. Ein leises Rascheln im Unterholz.

„Opa, hast du das gehört?“ flüsterte sie aufgeregt.

Opa Thomas nickte und legte einen Finger an seine Lippen, um Marla zu signalisieren, dass sie still sein sollte. Ganz vorsichtig näherten sie sich dem Geräusch und versteckten sich hinter einem Baum. Da sahen sie es: eine kleine braune Maus, die neugierig aus einem Blätterhaufen hervorschaute. Ihre winzigen Augen blitzten auf, als sie sich umsah, als würde sie prüfen, ob die Luft rein war.

„Das ist sie“, flüsterte Opa Thomas. „Unsere kleine Waldmaus.“

Marla hielt den Atem an. Die Maus schnupperte ein paar Mal in die Luft und begann dann flink durch das Laub zu huschen. Sie sah so zufrieden und frei aus, als ob der ganze Wald ihr Zuhause wäre. Marla konnte ihren Blick nicht von der Maus abwenden. Es war, als ob sie in einer eigenen kleinen Welt lebte, ungestört von den Menschen um sie herum.

„Es ist so schön, Opa“, flüsterte Marla. „Denkst du, sie weiß, dass wir hier sind?“

Opa Thomas lächelte. „Vielleicht. Aber sie weiß, dass wir ihr nichts Böses wollen. Deshalb zeigt sie sich uns.“

Die beiden saßen noch eine Weile da und beobachteten, wie die kleine Maus durch den Wald flitzte, hin und wieder innehielt und sich dann wieder zwischen die Blätter verkroch. Es war ein Moment, den Marla nie vergessen würde – diese stille Begegnung mit der Maus im herbstlichen Wald, begleitet von ihrem geliebten Opa.

Als sie schließlich ihre Körbe mit Pilzen füllten und sich auf den Heimweg machten, wusste Marla, dass sie noch oft an diesen Tag zurückdenken würde. Und wer weiß, vielleicht würde sie die süße kleine Maus bei ihrem nächsten Ausflug wiedersehen.

„Man muss nur genau hinsehen und Geduld haben“, sagte Opa Thomas, als sie den Wald verließen. „Die schönsten Dinge im Leben sind oft die, die man erst entdeckt, wenn man innehalten kann.“

Und genau das tat Marla – sie hielt inne, schaute genau hin und ließ die Magie des Augenblicks auf sich wirken

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